Die Innogy Stromflatrate im Preis-Check

Innogy Stromflatrate

Letzte Woche habe ich die  Stromflatrate von EWE unter die Lupe genommen – das war enttäuschend. Jetzt kommt der nächste Versorger dran: Die Innogy Stromflatrate im Preis-Check! Lohnt sich die Stromflatrate?

So funktioniert die Innogy Stromflatrate

Die Innogy Stromflatrate hört sich verlockend und einfach an – keine Nachzahlungen mehr und über das ganze Jahr immer die gleiche Rate, egal wie viel man verbraucht. Man weiß z.B.: Ich zahle 45 € pro Monat, der Rest kann mir egal sein.

Das stimmt auch, nachher muss man allerdings ein bisschen mitdenken: Die monatliche Gebühr für die Flatrate errechnet Innogy anhand der letzten Jahresrechnung – die der Neukunde Innogy zur Verfügung stellen muss. Liegt der Kunde nach einem Jahr deutlich über dem angenommen Verbrauch, dann wird die Monatsgebühr für das nächste Jahr angepasst. Verbraucht er stattdessen weniger, bekommt er eine einmalige Rückvergütung und die Gebühr für das Folgejahr wird nach unten gesetzt.

Die spannenden Fragen sind deshalb:

  • Wann passt Innogy die monatliche Gebühr für die Stromflatrate an?
  • Wie hoch fallen die Rückvergütungen aus – lohnen sie sich im Vergleich zu einem normalen Tarif mit Nachzahlung?
  • Wie stark wird nach oben oder unten angepasst? Zahle ich als Kunde drauf, wenn ich nach oben gestuft werde?
  • Wie teuer ist die Stromflatrate im Vergleich zu einem normalen Stromtarif mit gleichem Verbrauch?

Ich beantworte diese Fragen nacheinander:

Wann passt Innogy die monatliche Gebühr für die Stromflatrate an?

Angepasst wird je nach angenommenem Verbrauch ab 300, 400 oder 500 kWh weniger oder mehr Jahresverbrauch.

Innogy Stromflatrate Toleranzbereich
Je nach angenommenem Jahresstromverbrauch bietet die Innogy Stromflatrate einen Toleranzverbrauch – bei Schwankungen innerhalb dessen Grenzen passt Innogy die Gebühr für das Folgejahr nicht an.

Wie hoch fallen die Rückvergütungen aus – lohnen sie sich im Vergleich zu einem normalen Tarif mit Nachzahlung?

Wer seinen Jahresverbrauch also so weit senkt, dass er den Toleranzbereich unterschreitet – etwa, weil er statt 4.800 kWh nur 3.999 verbraucht -, der profitiert von einer Rückvergütung. In unserem Beispiel sogar von einer zweifachen Rückvergütung, weil die 400 kWh Toleranzbereich zwei Mal unterschritten wurden. Konkret würde er 2 x 65,56 € erhalten. Lohnen sich diese Rückvergütungen? Um diese Frage zu beantworten, habe ich die eingesparten kWh der Toleranzbereiche (300, 400 und 500 kWh) mit einem Wert von 0,25 € pro kWh versehen – man stelle sich einfach vor, man hätte einen normalen Stromtarif und würde im Jahr 400 kWh à 0,25 € weniger verbrauchen und eine Nachzahlung bekommen.

Wie die Grafik zeigt, zahlen sich die Rückvergütungen bei Innogy selten aus – in den meisten Fällen wäre es lohnender gewesen, einen normalen Stromtarif zu haben und einfach weniger Strom zu verbrauchen. Außerdem habe ich in dieser Betrachtung die Zwischenräume gar nicht beachtet – wer in unserem Beispiel etwa 4.001 kWh verbraucht statt 4.800 kWh, bekommt nur eine Rückvergütung von 65,56 €, weil ja der Toleranzbereich von 400 kWh nur einmal unterschritten wurde – bei einem günstigen Stromanbieter dürfte er dagegen fast 200 € sparen.

Innogy Stromflatrate Rückvergütung
Die Innogy Stromflatrate bietet bei Minderverbrauch eine Rückvergütung an – allerdings würden Stromkunden mit normalen Tarifen bei ähnlichem Minderverbrauch mehr sparen.

Wie stark wird nach oben oder unten angepasst? Zahle ich als Kunde bei einer Neueinstufung drauf?

Bei der Anpassung der monatlichen Zahlungen für die Flatrate agiert Innogy fair. Bei jeder Überschreitung des Toleranzbereichs wird jeweils einmal der Erhöhungs- oder Senkungsbeitrag fällig. Der ist so bemessen, dass man etwa dort landet, wo man auch wäre, wenn man schon vor dem Vertragsbeginn den höheren oder niedrigeren Verbrauch gehabt hätte. Eine Anpassung von 4.800 kWh pro Jahr auf 4.000 kWh etwa bringt eine Gebühr von 119,19 € auf 99,93 €. Wäre man direkt bei 4.000 kWh eingestiegen, hätte man 98,28 € bezahlt.

Wie teuer ist die Innogy Stromflatrate im Vergleich zu einem normalen Stromtarif?

Im Vergleich mit anderen Stromanbietern schneidet die Innogy Stromflatrate nicht besonders gut ab – die Stromflatrate ist nie die günstigste Variante und auch immer teurer als der günstigste andere Tarif aus dem Hause Innogy. Nur der Grundversorger ist, keine Überraschung, immer teurer als die Stromflatrate.

Der monatliche Preisunterschied zwischen dem günstigsten Tarif und der Innogy Stromflatrate liegt dabei zwischen ca. 7 Euro (bei 1.500 kWh Jahresverbrauch) und 40 Euro (bei 9.900 kWh Jahresverbrauch).

Stromflatrate von Innogy
Die Innogy Stromflatrate macht die Nachzahlung macht Nachzahlungen überflüssig und bringt Strom zum Fixpreis. Im Vergleich mit normalen Stromtarifen rechnet sich die Flatrate allerdings nicht.

Fazit: Interessant, aber nicht für Sparfüchse

Wie man es auch dreht und wendet, wer die Innogy Stromflatrate nicht schon nach einem Jahr kündigen will, wird damit kaum Geld sparen. Es gibt nahezu keine Fälle, in denen sich die Innogy Stromflatrate auch finanziell lohnt. Wer für den Toleranzrahmen und das Wissen, keine Nachzahlungen zu haben, etwas bezahlen will, für den kann die Innogy Stromflatrate interessant sein. Wer allerdings auch Geld sparen will, sollte einen Blick auf die Flatrates von beegy oder sonnen werfen.

Bilder:

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