sonnenFlat city – sonnen schließt Lücke

EWE Stromflatrate Preis

Mit der sonnenFlat city schließt Batteriespeicherhersteller sonnen eine Lücke: Bisher gab es die Stromflatrate von sonnen nur für Betreiber einer Photovoltaikanlage plus sonnen Batteriespeicher (eine detaillierte Beschreibung findet ihr hier) – wer die sonnenFlat also nutzen wollte, brauchte dazu im Normalfall ein eigenes Haus. Bis jetzt. In der aktuellen Ausgabe des Handelsblatts erklärt Geschäftsführer Philipp Schröder: „Wir entkoppeln die Fotovoltaikanlage vom Speicher“. Flatrate und Community gibt es jetzt auch für Eigenheimbesitzer.

3.990 Euro für Batteriespeicher, 20 Euro monatlich für Community

Im Handelsblatt erklärt Schröder seine Vision für die sonnenFlat city:

  • Statt wie bisher nur an Besitzer von Photovoltaikanlagen, verkauft sonnen jetzt seine Batteriespeicher plus Stromflatrate auch an Eigenheimbesitzer.
  • Kosten soll der Batteriespeicher von sonnen 3.990 Euro einmalig, plus 300 – 500 Euro für die Installation.
  • Außerdem werden pro Monat 19.90 Euro für die Community fällig.
  • Dafür bekommt der Eigenheimbesitzer dann eine „sonnenFlat“. Wie bei anderen Community-Mitgliedern heißt das aber ein Freipaket von 2.200 kWh pro Jahr (siehe Energate-Bericht).

Damit das alles auch für sonnen funktioniert, braucht der Batteriespeicherhersteller mehr als 60.000 Kunden, deren Flexibilität durch die eigenen Batteriespeicher dann Geld bringen soll.

Lohnt sich die sonnenFlat city?

Wer grünen Strom beziehen will und sich unabhängiger vom großen Versorgen machen will, für den lohnt sich die sonnenFlat city. Wem es allerdings nur um das Geld geht, der sollte nachrechen:

  • Die sonnenbatterie kostet 3.990 Euro plus 300 – 500 Euro Installation und hält garantiert 10 Jahre lang.
  • Außerdem kostet die Community-Gebühr pro Jahr 240 Euro, dafür gibt es bis zu 2.200 kWh Strom, das auch 10 Jahre garantiert wird.
  • Weiterer Verbrauch kostet den Kunden 23 Cent/kWh – der Preis kann sie aber je nach Entwicklung der Umlagen und Abgaben ändern.
  • Allerdings: Wer mehr als 2.000 kWh über dem Freikontingent liegt, also ab einem Jahresverbrauch von 4.200 kWh, zahlt für den restlichen Strom pro kWh 25,9 ct.

Szenario 1: Batteriespeicher von sonnen hält 10 Jahre

In meinem ersten Beispiel gehen ich deshalb von einer Batterie aus, die genau 10 Jahre hält – das Worst-Case-Scenario also. Als Standort wurde wieder Aurich und der dortige Grundversorger EWE gewählt:

sonnenFlat City von sonnen für Eigenheimbesitzer
Die sonnenFlat City bringt auch Eigenheimbesitzer in den Genuss von Strom zum Fixpreis – hält der Batteriespeicher allerdings nur 10 Jahre, dann lohnt sich das Unterfangen finanziell nicht. Quellen: Energate Messenger, EWE Homepage, Check24, sonnen.

Wie man sehen kann, lohnt sich die sonnenFlat meistens gegenüber dem Grundversorger und ist auch im schlimmsten Fall gegenüber dem günstigsten Stromanbieter nicht viel teurer. Allerdings: Wer einen niedrigen Stromverbrauch unter 2.400 kWh pro Jahr hat, der zahlt mit der sonnenFlat City drauf.

Szenario 2: Batteriespeicher von sonnen hält 12 Jahre

Fairerweise muss man annehmen, dass die Batteriespeicher von sonnen auch länger halten können als die garantierten 10 Jahre. Ich habe deshalb die Rechnung nochmal mit einer Batterielaufzeit von 12 Jahren gemacht:

sonnenFlat City von sonnen für Eigenheimbesitzer
Läuft der Batteriespeicher bei der sonnenFlat City 12 Jahre ohne Kosten zu verursachen, dann sieht die Rechnung schon viel besser aus. Kurzum: Umso länger der Batteriespeicher hält, desto besser für den Kunden. Quellen: Energate Messenger, EWE Homepage, Check24, sonnen.

Hier lässt sich schön sehen: Hält der Batteriespeicher länger als 12 Jahre, dann kann sich das sonnen-Angebot sogar gegenüber dem günstigsten Anbieter zumindest behaupten. Allerdings wieder mit der Einschränkung, dass der Jahresverbrauch über 2.400 kWh liegen sollte.

Kann sich das für sonnen lohnen?

Hier stellt sich natürlich eine interessante Zwischenfrage: Lohnt sich die sonnenFlat City auch für sonnen? Wie schon oben geschrieben, braucht es dazu laut Schröder 60.000 Kunden, deren Flexiblität sonnen dann nutzen will, um Strom an der Börse günstig zu kaufen oder gewinnbringend zu verkaufen, wenn er teuer ist. Im Moment ist das allerings noch eine Wette auf die Zukunft:

  • Die Präqualifizierung für die Bereitstellung von Regelenergie fehlt noch – hier ist man in Gesprächen mit den Übertragungsnetzbetreibern und zuversichtlich, dass es dieses Jahr noch eine Erlaubnis geben wird.
  • Zur Flexibilität sagt Schröder selbst: „Eine echte Bepreisung von Flexibilitäten gibt es bisher noch nicht, aber wir glauben fest daran, dass es kommt.“
  • Außerdem setzt sonnen auf die Zeit nach dem EEG – ab 2021 fallen die ersten Anlagen aus dem EEG und Batteriespeicher werden für diese Anlagen dann erst interessant.

Lauf pv-magazine bleibt das Konzept damit zumindest in der Anfangszeit ein großes Minusgeschäft.

Fazit: sonnenFlat city mit Potential

Die sonnenFlat city gefällt: Ohne Eigenheim zu einer Flatrate, die sich unter Umständen sogar finanziell lohnt. Dazu muss der Mieter  ca. 4.000 Euro investieren, mindestens um die 2.400 kWh pro Jahr verbrauchen und der Batteriespeicher sollte mehr als 12 Jahre halten. Allerdings: Zunächst ist die Teilnehmerzahl auf 5.000 gedeckelt und das Freikontingent für 10 Jahre garantiert.

Quellen: Handelsblatt print vom 24.01.2017 und energate-messenger, pv-magazine.de

Ein Gedanke zu „sonnenFlat city – sonnen schließt Lücke

  • 29. Juni 2017 um 08:08
    Permalink

    Herzlichen Dank für die übersichtliche Darstellung!

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