Stromflatrates und Communitys – Mitglieder sollen Strom teilen

Im Moment herrscht im deutschen Stromnetz ein Mix aus Energieträgern: Kohle, Atomstrom und Strom aus erneuerbaren Energien teilen sich die Versorgung auf. Deshalb setzen einige Anbieter von Stromflatrates auf Communitys – so wollen sie ihre Kunden untereinander vernetzen und gegenseitig vom selbst produzierten Strom profitieren lassen. Strom soll mehr als nur Verbrauchsgut sein, sondern geteilt werden. Wenn etwa ein Kunde in Hamburg zu wenig Strom hat, kann der Überschuss von der Photovoltaikanlage des Kunden aus München helfen. Und wenn in München schlechtes Wetter herrscht, kann vielleicht Strom aus dem Speicher im Keller eines anderen Community-Mitglieds helfen. Und die Anbieter kommen so auch dem Modell von niedrigen Grenzkosten näher. Soweit die zumindest die Idee.

Stromflatrates und Communitys – physikalisch natürlich nicht möglich

Allerdings haben Stromflatrates und Communitys ein grundsätzliches Problem: Physikalisch ist der Stromtausch zwischen zwei gewählten Punkten unmöglich. Strom sucht sich einfach den kürzesten Weg. Wie für für Grünstromtarife und Ähnliches gilt auch hier: Wer sicher gehen will das Strom von A nach B geht, sollte eine Leitung von A nach B bauen. Sobald aber C, D, E und F im Netz dazukommen, funktioniert das Strom tauschen nicht mehr. In meinem Artikel „Warum Strom tauschen unmöglich ist“ kann man mehr zu Thema erfahren.

Deshalb geht es auch bei den Stromflatrates und Communitys um einen Stromtausch auf Abrechnungsebene – die meisten Community-Betreiber nutzen einen Bilanzkreis, um sicherzugehen, dass der eingespeiste Strom vom Community-Mitglied aus Hamburg mit dem Strombedarf vom Community-Mitglied aus München verrechnet wird. Und auch wenn dieses Modell die physikalische Ebene nicht berücksichtigt, dann kann es doch helfen Gleichgesinnte zu vereinen und neue Partner für eine dezentrale Energiewende zu gewinnen.

Stromflatrates und Communitys – das sind die Anbieter

Diese Anbieter bieten derzeit Energie-Communitys an:

Einen übersichtlichen Vergleich zu Energie-Communitys liefert der beegy Blog.

In Kombination mit einer Stromflatrate:

  • sonnen
  • beegy

Stromflatrates und Communitys bringen Gemeinschaftsgefühl

Auch wenn der Strom bei Community-Mitgliedern nie tatsächlich vom Nachbarn kommt, ein Gemeinschaftsgefühl kann dadurch schon entstehen. Gemeinsam die Energiewende vorantreiben, das motiviert. Da passt es ganz gut, dass Anbieter wie sonnen oder beegy die ihre Communitys per App schön visualisieren. So kann der Kunde sehen, was seine Anlage produziert und wie es um die Community insgesamt steht.

 

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